Zen Friedenstrasse

Zen-Meditation

Die Praxis der Zen-Meditation führt uns zum unverstellten Erleben der Wirklichkeit in ihrem fortwährenden lebendigen Erscheinen. In der Übung des wachen Gegenwärtig-Seins ergründen wir unser Wesen und erkennen es als grenzenlose Weite, die weder durch unseren Charakter noch durch unsere Alltagsrollen definiert ist. Im Zazen (Sitzen in Meditation) meditieren wir nicht mit einem seelischen Objekt oder einem spirituellen Thema. Vielmehr lassen wir die im Geist auftauchenden Bilder, Gedanken und Gefühle weiterziehen ohne sie benennen oder besitzen zu wollen, so wenig wie die Sinneseindrücke, die sich uns anbieten. In einer fortlaufenden Übung des Loslassens und des Gegenwärtigseins kommt das Denken zur Ruhe, und wir finden ins Samadhi, einen wachen und stillen Zustand der Versenkung.

Auf dieser Grundlage öffnet sich eine tiefgreifende Befreiung in die Fülle des Seins. Die Gewohnheit, uns auszudenken, wer wir sind, verliert an Wichtigkeit zugunsten gelassener Offenheit in uns selber und in allem, was ist. Im Licht dieses Bewusstseins wird alles Seiende akzeptiert und als erfüllende Einheit wahrgenommen, die keine Definition erfordert. Längere Meditation auf dem Zenweg befreit uns von tiefen existentiellen Ängsten und von Gefühlen der Anspannung, der Isolation und des Mangels; sie schenkt uns innere Beheimatung und Freiheit und öffnet uns für alle Töne und Farben der Welt.



DO - Weg. Kalligraphie im Zendo

Auf dem  Zen-Weg entfaltet sich so die seelische Bereitschaft für das Sehen unserer Wesensnatur (jap. Kenshō), in dem wir die Einheit allen Lebens wahrnehmen. Schliesslich entfällt die Identifikation mit dem diskursiven Denken und den eingrenzenden Bildern des eigenen Ich. Die Realisierung dieser inneren Stille wird im Zen Satori genannt.

Das Zendo Inneres Lind bietet Einführungen, Zazen-Tage sowie Zazen am Donnerstag an.
Es gehört zur Glassman-Lassalle Zen-Linie und steht im Austausch mit dem Zendo Stäfa.